Montag, 7. Juni 2010

Magic Wood

Fast ein dreiviertel Jahr musste ich mich gedulden und endlich war es so weit... Es ging wieder ins Averstal, in den Magic Wood.
Der Wetterbericht war von Anfang an leider nicht auf unserer Seite, dennoch blieben wir optimistisch und hofften auf Sonnenschein und endlich sommerliche Temperaturen.
Am Dienstag ging es also endlich los, die Sonne schien und wir waren überzeugt, dass es zwei gute Wochen werden würden.
Nach vier Stunden Autofahrt kamen wir endlich auf dem Campground an, bauten unser Zelt auf und verstauten unser Gepäck. Nachdem wir noch etwas geplättet von der Fahrt waren, und es für Sarah das erste Mal war, dass sie den Magic Wood zu sehen bekam, zeigte ich ihr erstmal die bekanntesten und schönsten Boulder.
Am nächsten Tag gingen wir es auch noch langsam an. Um uns erstmal an den Fels zu gewöhnen kletterten wir die Mega-Klassiker: Traversatta (7a+), Tricky (7b?) und Bosna Genial (7a).


Anschließend versuchten wir uns noch in Piranja (7c), Goldfisch (7b+) und als es anfing zu regnen zog es uns zu Super Nova (7c). Diesen Boulder hatte ich mir letztes Jahr als Projekt für das nächste Mal ausgesucht... Die Züge fühlten sich dieses Mal auch schon wesentlich besser und leichter an. Ab Nachmittag hatte sich ein Dauerregen eingestellt, der auch den gesamten nächsten Tag anhielt. Da unsere Haut nach diesem Tag schon erste Anzeichen von Rosa zeigte, konnten wir daher den nächsten Tag als Ruhetag ganz gut brauchen. So zogen wir uns in unser Zelt zurück und begannen mit dem Abendessen den traditionellen Nudeln mit Soße. :)

Am dritten Tag, bewölkt aber trocken, kamen Peter, Rolf und Lisa mit denen ich bereits letzten Sommer eine super tolle Woche im Avers hatte. Motiviert machten wir uns auf den Weg in den Wald. Das einzig Trockene war der Bruno-Block und so probierten Sarah und ich Super Nova ... am letzten Zug gefallen ... und optimistisch, wie wir sind, freute ich mich, dass ich diesen Boulder wohl wirklich noch schaffen könnte.
Nachdem der Samstag trotz angesagtem schlechten Wetter trocken und sonnig war zogen wir schon am Vormittag los. Wir probierten etwas hoffnungslos Piranja. Der Schlüsselzug wollte bei uns beiden einfach nicht gelingen. So stapften wir weiter durch den Wald, unter der Führung von Peter :) und blieben bei Sündenfall (7a+) hängen. Den Boulder haben wir in den folgenden Tagen noch öfters probiert, aber alle Einzelzüge hintereinander zu klettern wollte uns einfach nicht gelingen und so scheiterten wir viele Male am Längenzug. Gegenüber von Sündenfall stachen uns noch die Boulder Gollum und Gartenzwerg (beide 7b) ins Auge... Schnell die Crashpads neu hingelegt, Schuhe angezogen, Hände gechalkt und los ging das probieren. Hier hatte Peter leider keine Lösung anzubieten, also blieb uns nichts anderes als zu probieren und zu probieren... letztendlich kletterten Sarah und ich Gartenzwerg mit einer schönen Hook-Lösung, bei der unsere Five Ten Schuhe (Anasazi Verde) sicherlich von Vorteil waren. Als nächstes wanderten wir zu Zilliman (7a). Ein wunderschöner Boulder. Hier probierte nun auch Lisa mit uns, allerdings lag ihr der Boulder nicht so, wie uns beiden: Ich konnte den Boulder flashen und Sarah kletterte ihn auch kurz darauf. Zum Abschluss des Tages schauten wir noch bei Jack the Chipper (7c) vorbei. Eine sehr schöne Linie mit wundervollen Zügen, die ich natürlich probieren musste. Nach einigen Versuchen fand ich eine perfekte Lösung für mich, nur zum Durchsteigen war ich an diesem Tag schon zu platt.

Sonntag war ein Ruhetag, da Dank Regen absolut alles nass war, bis auf Unendliche Geschichte 2, die Peter versuchte und eindeutig zu oft am letzten Zug scheiterte...
Mentale Vorbereitung ist eindeutig ein Weg zum Ziel, wie Sarah und ich merkten. Nach einem Ruhetag, an dem wir viel Zeit hatten unsere Projekte Zug für Zug durchzugehen, konnte Sarah am Montag Super Nova klettern. Total easy sah ihr Go aus, dabei war dies ihre erste 7c. Mein Schwerpunkt lag dagegen bei Jack the Chipper, den ich ebenfalls relativ locker klettern konnte.
Noch immer motiviert von den Erfolgen am Vortag ging es am Dienstag, für unsere Verhältnisse, recht früh an den Fels. Heute wollten wir uns Iron Butterfly (7b+) anschauen. Ein ziemlich langer Boulder, aber schöne Züge, die unendlich viele Varianten erlauben. Das Ausbouldern kostete uns viel Kraft und so beschlossen wir den Durchstieg auf ein anderes Mal zu verschieben. Sarah ging nun mit Rolf und Lisa zu Kuchenmonster (7a ), Red Roses (7a+) und noch zu weiteren 7a's. Zusammen boulderten sie die Züge aus, geklettert haben sie an diesem Tag aber keine mehr. Da ich die Boulder bereits letztes Jahr gemacht hatte, beschloss ich mich noch mal an Super Nova zu probieren. Und mit genügend Wille kann man auch schwer Bouldern, obwohl mal schon platt ist: Ich hab Super Nova geklettert. Nun wollte ich aber doch noch mal Iron Butterfly versuchen. Vielleicht lag es an dem von Peter gut geputzen Griff, vielleicht an der neugeschöpften Motivation ... auf jeden Fall hatte ich plötzlich wieder genügend Kraft und kletterte Iron Butterfly zum Abschluss des Tages. Eigentlich hätte ich glücklich sein können, aber der Gedanke, dass die drei (Peter, Rolf und Lisa) heute wieder Heim fahren würden, lies dies nicht ganz zu. Einziger Hoffnungsschimmer: Peter wollte am Donnerstag wieder kommen und noch jemand "Neues" mitbringen... ;)
Den gesamten Mittwoch verbrachten wir, auf Grund Dauerregens, im Zelt mit lesen, lernen und Topo studieren.

Mit einem neuen Tag kamen, nach den etwas deprimierenden Stunden im Zelt, zwei motivierte Stuttgarter (Peter und der "Neue", den er uns als Francis vorstellte, oder auch "der Franzoos' "), mit denen wir im Wald nach trockenem Fels suchten. Nachdem ich Blindfisch (7b) kletterte, versuchten sich Francis, Sarah und Jarmo (ein zum piepen komischer Finne, den wir recht schnell in unser Herz geschlossen hatten) in Iron Butterfly. Jarmo schaffte ihn nach einigen wenigen Versuchen. Sarah setzte noch einige Versuche (auch noch in den nächsten Tagen), konnte ihn aber nicht durchsteigen. Ein Freudenschauer durchkribbelte uns, als Peter UG 2 endlich für sich entscheiden konnte. :)

"...jetzt ist Sommer, ich hab das klar gemacht, Sommer ist wenn man trotzdem lacht..."

Während sich Peter und Francis nun in den nächsten Tagen todschwitzten, so freuten wir beiden Mädels uns über den Sonnenschein...
Kurzzusammenfassung vom Freitag:
Ich konnte eine 7a+ (Verbotene Früchte) flashen, die Francis auch machte. Peter kletterte Man of a Cow und Fightclub (beides 7c). Sarah und ich versuchten uns in James Bong (7a), welchen ich schaffte. Weiter ging es bei mir mit einem 6c Sprung (Liebling). Am Ende des Tages versuchten Sarah und Francis ein weiteres Mal Red Roses.
Der Samstag brachte noch mehr Sonnenschein. Was bietet sich da besser an, als an den Beachblock zu guggen? Nachdem Sarah und Francis in Grit de Lux ( 7a+ ) Versuche gesetzt haben, probierte ich noch Slip Slap Slop (7a) erfolgreich.


Weiter ging's zu Tropical Sandstorm und Marihuanacorner (beides 7a), die ich flashen konnte. Nun stand noch King Kong (7a+) auf dem Programm, den Peter, Jarmo und ich machten.
Und dann stand auch schon der letzte Tag vor der Tür. Sarah nutzte ihn und kletterte Tropical Sandstorm und Red Roses und ich schaffte Stressman (7a), ein ganz netter Leistenboulder, im ersten Go. Die letzten Stunden nutzend, um ein Projekt für den nächsten Urlaub zu haben, boulderte ich Foo Fighter (7b+) aus, während Sarah nochmal in James Bong "hing". Zu großem Erstaunen konnte ich Foo Fighter tatsächlich nach kurzem Ausbouldern durchsteigen.
Somit war dies ein schöner Abschluss eines wunderschönen Urlaubs, der obwohl er etwas verregnet war trotzdem absolut spitze war und sich wirklich gelohnt hat!!!
Avers - wir kommen wieder !!! :)

Sonntag, 16. Mai 2010

Griffe, Griffe und nochmals Griffe

Verlängertes Wochenende... und was machen wir?
Schrauben, schrauben, schrauben und ne Menge Griffe schleppen :)
Und wofür das ganze? Na für die Gilchinger Meisterschaft, die letztes Wochenende statt fand.
Viel Erfahrung hatten wir beide ja noch nicht was das Schrauben von Bouldern für Wettkämpfe angeht, aber Herausforderungen sind ja bekanntlich dafür da, dass man sie meistert.

Griffe aussuchen, Griffe in Kisten packen, Griffe die unendlich erscheinenden Treppen nach oben in den Boulderraum schleppen, Griffe aus der Kiste packen, Griffe sortieren und dann: die passenden Schrauben finden ... ja und schlussendlich den Boulder kreieren!
So verliefen wohl in einer Kurzzusammenfassung die beiden Tage an denen wir schrauben durften. Und was hier vielleicht ein wenig eintönig klingt ist in der Umsetzung ein rießen Spaß. Die Möglichkeit eine völlig leere Wand mit seinem eigenem Boulder zu schmücken und zu perfektionieren ist ein wunderbares Gefühl ... und etwas ganz anderes als in eine volle Boulderwand noch einen Boulder zu quetschen oder aus schon vorhandenen Griffen Boulder zu definieren.

Unser Fazit: Zwei Tage schrauben ist verdammt anstrengend, macht aber super viel Spaß und bringt ne Menge neuer Erfahrungen!
Und man muss damit rechnen, dass man Nachts von Griffen, Griffen und nochmals Griffen träumt :)

Sonntag, 9. Mai 2010

Donnerstag, 29. April 2010

Jugend- und Schulsportehrung

Am 13. April 2010 fand im Rathaus die Sportlerehrung der Jugend von München statt. Auf dieser wurden alle deutschen Meister aus dem Jahr 2009 geehrt, eingeldane hatte der Oberbürgermeister Münchens, Christian Ude. Nach dem ich 2009 die deutsche Jugendbouldermeisterschaft gewonnen hatte, wurde ich ebenfalls eingeladen. Das ganze fand in einem riesigen, großen Saal statt, der mit Sportlern gefüllt war. Die Sportler wurden der Reihe nach auf die Bühne gebeten, um die Sportplakette der Landeshautstadt München in Empfang zu nehmen. Wobei einige der Sportler zu ihrem Sport interviewt wurden. Nach der Ehrung gab es für alle ein super leckeres 4-Gänge-Menü. Moni wurde, trotz des deutschen Meistertitels 2009 im Bouldern der Jugend, nicht eingeladen, da in ihrer Gesamtwertung nur fünf Teilnehmer waren und ein Meistertitel in der Stadt München erst ab 6 Startern als solcher anerkannt wird, was sehr zu bedauern ist, denn sie hätte auf dieser Sportlerehrung ganz eindeutig dazugehört.

Sonntag, 25. April 2010

Kitzbühel - Deutscher Bouldercup 2010

Die Österreicher machen alles anders...
... Dementsprechend begann bei ihnen die Qualifikation des KitzRock 2010, in dessen Rahmen auch der Deutsche Bouldercup statt fand, bereits am Freitag Abend.
Noch etwas müde und erschöpft von der Woche gingen wir die Quali etwas entspannter an. Bei den Damen hieß es in zwei Stunden 6 Boulder zu klettern, davon zwei Platten, ein Sprung, einen etwas leistenlastigen Boulder, eine Verschneidung und einen zum "Aufwärmen". Sarah und mir gelangen drei dieser Boulder im ersten Versuch, bei den restlichen drei merkten wir, dass das Niveau in Österreich wesentlich höher liegt wie in Deutschland! Sarah meisterte dennoch die Boulder und sicherte sich somit nach der Quali den zweiten Platz. Mir taugten die Boulder nicht ganz so, dennoch erreichte ich mit einem vorübergehenden 9.Platz das Halbfinale.
Samstag Mittag hieß es dann raus aus der Sonne und rein in die Isozone... aber Gott sei Dank nicht allzulang. Auch in Österreich wird das Halbfinale im Intervallmodus geklettert: 4 Boulder und für diese jeweils 5 Minuten Zeit. Dieser Modus lag mir eindeutig mehr und so konnte ich 2 der Boulder im 1.Versuch und einem im 2.Versuch klettern. Sarah hatte leider nicht ganz so viel Glück und benötigte ein paar Versuche mehr um die Boulder zu schaffen. Am Ende des Halbfinale stand dennoch ein richtig guter 7. Platz für sie fest, mit dem sie nie gerechnet hätte. Und wir waren uns einig: Die Boulder waren wirklich top geschraubt und absolut spitze zu klettern!
Mit einem 5.Platz qualifizierte ich mich total überraschend für das Finale. Obwohl ich nicht viel Chancen in den Bouldern hatte, bin ich froh, dass ich die Boulder versuchen durfte. Selten hatte ich so schöne und abwechslungsreiche Boulder zu lösen! Am Ende konnte ich meinen 5.Platz halten und bin damit mehr als zufrieden!

Hier noch ein kleines Video vom Wettkampf:

Sonntag, 4. April 2010

Regen, Regentröpfchen, fall nicht auf mein Köpfchen

Zuversichtlich auf kommendes gutes Wetter stiegen wir Sonntag Mittag in den Bus, um mit dem Bayernkader ins Tessin zum Bouldern zu fahren. Etwas schokiert von den Schneemassen links und rechts von den Straßen unterwegs kamen wir im letzten Sonnenschein des Tages in unserer Unterkunft an und freuten uns dort über die relativ warmen Temparaturen.
Nun hieß es die fünf Tage, die wir dort hatten, absolut zu genießen und auszunützen. Jeder Morgen begann mit Schokomüsli und endete traditionell mit Nudeln und Soße nach einem langem Bouldertag am Fels.
Der erste Tag begann damit, dass wir "Hallenkinder" uns an den Fels und seine Eigenschaften gewöhnten. Obwohl wir eigentlich vorhatten heute nur leichte Boulder zu klettern, fanden wir schon bald einige interessante Probleme, die wir gleich mal ausbouldern mussten, unter anderem "Selection Door" 7a und "Birds" 7c.
Hoch motiviert wachten wir am nächsten Morgen auf und ... sahen viele Regentröpfchen gegen die Fensterscheibe tropfen. Dennoch zog es uns natürlich raus, um zu schaun, ob was trocken geblieben ist. Der Schacht in "Arabald" war das einzig trockene Plätzchen und so versammelte sich hier der gesamte Kader ...

Der Kader versammelt in "Arabald"

Der dritte Tag dagegen begann mit schönstem Sonnenschein... was will man mehr?
Sarah nutzte den Tag um "Selection Door" zu klettern, den ich bereits am ersten Tag schaffte, und "Number One" 7a. Später am Nachmittag stach uns eine wunderschöne, leicht überhängende Kante ins Auge... (
"Les cliquês à claques" 7c) Die Einzelzüge klappten alle recht schnell, nur alle Züge hintereinander zu reihen wollte mir nicht gelingen... was solls... wir hatten ja noch zwei Tage vor uns.

Sarah in "Les cliquês à claques"

April, April, das Wetter macht, was es will... Diesen Satz mussten wir leider bestätigen, als am vierten Morgen wieder Regen angesagt war und in Chironico sogar neuer Schnee viel. So ging es wieder zu "Arabald", diesmal aber noch etwas motivierter... immerhin war es unser vorletzter Tag! Gleich nach dem Aufwärmen kletterte ich "Arabald" 7b und zog dann weiter um andere trockene Felsen zu finden, während Sarah nicht aufgab und den Boulder weiter versuchte. Tatsächlich fand ich noch einen Boulder, "Auto pilot" 7a, ein schönes Dach mit schönen Bewegungen! Kurz durchgebouldert und gleich gemacht.
Der letzte Tag brach an und die Sonne meinte es wieder gut mit uns... Nun ging es dran, die noch ausstehenden Boulder zu machen! Sarah kletterte gleich nach dem Warmmachen ebenfalls "Autopilot" und anschließend gelang ihr auch noch "Arabald" und war damit mehr als zufrieden. Immerhin war dies ihre erste 7b! Für mich lief es anfangs nicht ganz so gut. Ich versuchte noch viele Male die Kante
"Les cliquês à claques", vergebens. Es wollte einfach nicht klappen. Also probierte ich "Birds" ein weiteres mal ... und wer hätte es gedacht? Ich konnte tatsächlich meine erste 7c klettern!

Moni in "Les cliquês à claques"

Alles in allem waren die 5 Tage natürlich viel zu kurz, aber wir werden auf jeden Fall wieder nach Chironico fahren, um die nächsten Boulder zu klettern. Und gelohnt hat es sich mit Sicherheit!!!